Teamentwicklung ganz einfach - So formen Sie Ihr Team in 5 Phasen ©fotolia 2016/ milkos

Wir sind ein Team! – Wie die 5 Phasen der Teamentwicklung für bessere Arbeit sorgen

Bereits im Jahr 1965 beschrieb der Psychologe Bruce Tuckman ein Modell, das kleineren Gruppen helfen sollte, eine gesunde Dynamik zu entwickeln. Tuckman teilte dabei die Teamentwicklung in 5 Phasen ein. Diese Phasen können auch für Sie wichtige Anhaltspunkte liefern, wenn Sie Projekte in Teamarbeit abwickeln wollen. Denn das Teambuilding kann ein zeitintensiver Prozess werden, vor allem wenn unbekannte oder neue Kollegen eingebunden werden müssen.
Da ist es hilfreich, sich einige strategische Gedanken zu machen und so schon im Vorfeld viele Probleme auszuräumen. Anhand von Tuckmans 5 Phasen (Forming, Storming, Norming, Performing und Adjourning) kann dies auch in komplexeren Gruppendynamiken gelingen. Was Sie dazu wissen müssen, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Forming – Die Testphase

Die erste Phase ist im Deutschen auch als Testphase bekannt und wurde von Tuckman als Forming bezeichnet. Hier “beschnuppern” die Teammitglieder sich noch, es gibt Unklarheiten und die Wünsche und Vorstellungen des Teams liegen noch weit auseinander. Von persönlichen Befindlichkeiten bis hin zur Vorfreude kann das Spektrum im Team reichen. Hier fällt dem Teamleader eine ganz besondere Rolle zu – und als Projekt- oder Prozessmanager übernehmen Sie in der Regel die Leitung Ihres Teams.

Wichtig ist es, in dieser Phase unmissverständlich zu klären, welche Verteilung von Rollen und Verantwortlichkeiten es in der Gruppe geben soll. Das muss nicht ad hoc passieren, vor allem neu geformte Teams benötigen in der Forming-Phase ein bisschen Anlaufzeit. Prozesse müssen sich erst einmal finden und die persönlichen Fähigkeiten und unterschiedlichen Fachgebiete sollen sich schließlich ergänzen.

Geben Sie dem Team in der Testphase etwas Zeit, sich kennenzulernen und mit den Kollegen zu arbeiten. Ein gut funktionierendes Team spart die Zeit an anderer Stelle wieder ein.

Storming – Die Nahkampfphase

Die Storming-Phase ist gewissermaßen das Teenageralter der Teamentwicklung. Hier rebellieren Teammitglieder gegen die im Forming etablierten Regeln, sie lehnen sich auf oder Konflikte zwischen einzelnen Teammitgliedern dominieren den Diskurs.

Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Oft sind Abteilungen bereits seit längerer Zeit im Zwist, unterschwelliger Zank zwischen Kollegen kann in der Nähe des Teams nicht mehr verborgen werden oder die Arbeitsteilung funktioniert einfach nicht.

Sie als Teamleader müssen das Storming einfach als Teil des Prozesses verstehen und Ihr Team stets zum Weitermachen motivieren. Nehmen Sie sich Zeit, die Konflikte zu ergründen und helfen Sie gegebenenfalls bei der Lösung. Oft finden sich auch in den Teams passende Schlichter.

Aber auch die Nahkampfphase trägt zur Reife des Teams bei und hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Norming – Die Orientierungsphase

Nachdem die Konflikte ausgetragen und geschlichtet wurden, folgt die Orientierungsphase. Hier spricht Tuckman erstmals von einem richtigen Team. Haben Sie und Ihre Gruppe also den ersten Zwist überstanden, sind Sie enger zusammengerückt und können nun neue Verhaltensweisen entwickeln. Liegt der Fokus beim Storming noch auf den Schwächen der Kollegen, konzentriert sich das Team nun auf die Stärken jedes Einzelnen. In der Regel wird auch das Sozialverhalten innerhalb der Gruppe während dieser Phase besser und enger.

Dies wiederum bewirkt, dass Feedback konstruktiver wird und sich jedes Teammitglied stärker in das Team einbindet.

Norming und Storming geschehen dabei oft in regem Wechsel, da neue Prozesse in der Orientierungsphase neue Konflikte bedeuten. Als Projektmanager ist es hierbei Ihre Aufgabe, zu schlichten und immer wieder Kompromisse für Ihr Team und Ihre Aufgabe zu finden.

Performing – Die Arbeitsphase

Stehen die ersten drei Phasen noch stark im Zeichen der Teamentwicklung, so beginnt in der vierten Phase die Arbeit erst so richtig. Nun hat sich ein starkes Team gefunden, das in kreativer und entspannter Atmosphäre zusammenarbeiten kann. Alle Zahnräder greifen ineinander, die Teamentwicklung befindet sich auf ihrem Höhepunkt. Nun können alle Teammitglieder sich voll und ganz auf die Aufgabe vor ihnen konzentrieren.

Gerade überstürztes Performing kann Ihr Teamwork merklich behindern, denn weder Sie, noch Ihr Team können sich voll auf die Arbeit konzentrieren, wenn sich erst noch eine funktionierende Gruppenstruktur finden muss.
In der Arbeitsphase sorgt das Gerüst aus Prozessen und Strukturen dafür, dass alle Teammitglieder flexibel und kreativ miteinander arbeiten können.

Seit längerer Zeit bestehende Teams befinden sich meist in einer permanenten Arbeitsphase. Das macht es auch Neueinsteigern besonders leicht, sich ins Team einzufinden. Wer nun neu zum Team dazu stößt, bringt auch die Gruppendynamik nicht mehr durcheinander.

Diese effiziente und verträgliche Zusammenarbeit im Team ist der Schlüsselindikator für eine korrekt vollzogene Teamentwicklung – ob nun entlang Tuckmans 5 Phasen oder einfach aus Intuition heraus.

Adjourning – Die Trennungsphase

Die abschließende Phase der Teamentwicklung setzt eine Abwicklung der Teamarbeit voraus und kommt daher vor allem bei projektbasierten Aufgaben zum Einsatz. Auch die Bezeichnung ist hier nicht ganz einheitlich. Oft ist vom Adjourning die Rede, aber auch das dramatischere Mourning (also die Trauerphase) oder Transforming (als Transferphase) wird oft synonym zum Adjourning benutzt.

In diesem Prozess der Teamentwicklung löst das Team sich auf und Sie leiten eine Art Debriefing. Besprechen Sie mit Ihrem Team offen die Teamentwicklung, reden Sie über zukünftige Optimierungen und geben Sie selbst Feedback.
Gerade bei intensiven Projekten braucht der Übergang in den Arbeitsalltag etwas Zeit. Widmen Sie also auch der Auflösung Ihres Teams ein wenig Zeit und geben Sie den Teammitgliedern die Gelegenheit, die Arbeit befriedigend abzuschließen.
Außerdem ist das Adjourning auf für Sie die perfekte Gelegenheit, noch einmal über die Arbeit zu reflektieren.

Das Geheimnis der Teamentwicklung – Werden Sie so schnell wie möglich so gut wie möglich

Die Teamentwicklung an sich können Sie oft nur an wenigen Stellschrauben optimieren. Doch gerade deswegen sollten Sie sich die Prozesse vergegenwärtigen, mit denen Sie arbeiten. Schließlich ist es Ihre Aufgabe, Ihr Team schnell in die Performing-Phase zu überführen und jedem Teammitglied eine funktionierende Struktur für die Zusammenarbeit an die Hand zu geben.

Tuckmans 5 Phasen der Teamentwicklung können Ihnen dabei ein hilfreiches Korsett an die Hand geben, um die Prozesse im Team besser führen zu können. Und ein gut entwickeltes Team ist schließlich die beste Voraussetzung für befriedigende und effiziente Arbeit.

 

Titelbild © fotolia 2016/Milkos

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