Phasen der Teamentwicklung © Fotolia/Robert Kneschke

Die 5 Phasen der Teamentwicklung: Dauerhafte Leistungsstärke erreichen

Teamarbeit ist in der heutigen Zeit insbesondere in Projekten zum Standard geworden. Von großer Bedeutung ist es deshalb, dass das Team harmoniert und die Stärken der einzelnen Mitglieder gezielt einsetzen kann. 5 Phasen der Teamentwicklung sind zu durchlaufen, um eine dauerhafte Leistungsfähigkeit der Gruppe zu erreichen. Einige Phasen müssen dabei stetig wiederholt werden. Der Teamleiter hat dabei besondere Aufgaben.

Phase 1: Kennenlernen (“Forming”)

Die erste Phase ist nur für Teams relevant, die noch nie in dieser Konstellation zusammengearbeitet haben. Die Mitglieder lernen sich kennen und formen sich zum Team. Generell gehen die Beteiligten sehr freundlich und vorsichtig miteinander um. Man tastet sich aneinander heran. Dem Teamleiter fallen zwei zentrale Aufgaben zu:

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  • Er muss die Vorstellung der einzelnen Teammitglieder leiten und sicherstellen, dass deren Aufgabenbereiche für alle Mitglieder deutlich werden
  • Er muss deutlich und unmissverständlich die Projektziele kommunizieren. Das Team muss vollständig begreifen, welche Erwartungen es zu erfüllen hat

Phase 2: Reibung (“Storming”)

In der zweiten Phase werden sich die Teammitglieder aneinander reiben. Manche Experten sprechen auch von einer “Nahkampf-Phase”. Beispielsweise bei der Zuteilung von Aufgaben kommt es zu Konflikten. Praktisch in jedem Team ist die Kommunikation zu Beginn schlecht. Außerdem bestehen noch keine eingeübten Abläufe. Es ist wichtig, dass die Konflikte ausgetragen werden – allerdings in konstruktiver Weise. Ansonsten würden sie das Team dauerhaft vergiften und hemmen. Der Teamleiter hat die Aufgabe, zu jeder Zeit deutlich zu machen, dass der Konfliktaustrag einem bestimmten Zweck dient und von Vorteil ist. Auch eingespielte Teams, die gemeinsam ein neues Projekt beginnen, sollten diese Phase durchlaufen. Hier gilt der Merksatz: Reibung erzeugt Wärme und setzt so Energie frei.

Phase 3: Organisation (“Norming”)

Phase 2 und 3 hängen eng zusammen. Verläuft der zweite Schritt wie gewünscht, erkennen die Teammitglieder, dass sie sich organisieren müssen. Beispielsweise müssen bestimmte Arbeitsabläufe festgelegt werden. Gleiches gilt für Standards in der Kommunikation untereinander. Der Kampf der vorherigen Phase weicht idealerweise einem “Wir-Gefühl”. Die Beteiligten beginnen sich nicht mehr als Einzelpersonen zu begreifen, sondern als Mitglieder eines Teams. Ein Großteil dieser Phase wird informell geschehen, aber nicht alles. Eine Steuerung durch den Teamleiter ist in gewissem Umfang unverzichtbar:

  • Der Leiter muss sicherstellen, dass es einen offenen und ehrlichen Dialog der Beteiligten über die gemeinsamen Ziele und Aufgaben gibt
  • Er muss jedem Mitglied die Chance geben, sich einzubringen. Kaum eine Gefahr ist für ein Team größer, als dass sich ein Beteiligter nicht gehört und wertgeschätzt fühlt
  • Er muss die normierten Arbeitsabläufe mit den Unternehmensvorgaben harmonisieren. Die meisten Firmen haben beispielsweise feste Kommunikationsprotokolle. Diese müssen eingebunden werden

Die dritte Phase sollte verlängert oder wiederholt werden, wenn der Teamleiter (oder dessen Vorgesetzte) nicht mit der Performance der Gruppe zufrieden sind. Bei Teams, die an mehr als nur einem Projekt zusammenarbeiten sollen, ist dies umso wichtiger. Eine gelungene Organisationsphase ist die Basis für eine dauerhaft erfolgreiche Arbeit.

Phase 4: Arbeiten (“Performing”)

Nachdem das Team zusammengefunden hat und eigene tragfähige Regeln definieren konnte, beginnt die eigentliche Arbeit. Die Mitglieder müssen gemeinschaftlich die gesteckten Ziele erfüllen. Viele Teamleiter lassen sich davon blenden, dass diese Phase, wenn sie einmal erreicht ist, äußerlich sehr harmonisch verläuft. Tatsächlich kann dieser Eindruck jedoch täuschen. Schnell schleift sich ein destruktiver Alltag ein, bei dem es zu keinen neuen Ideen mehr kommt. Der Teamleiter muss sicher stellen, dass die Beteiligten auch in dieser Phase kreativ, ideenreich, flexibel und aufgeschlossen bleiben. Es ist nicht zu spät für einen neuen Input. In Großunternehmen werden Projektteams, die an eng verbundenen Vorhaben arbeiten, in der vierten Phase gerne zusammengeführt, um so neue Reize zu setzen.

Phase 5: Auswertung (“Transforming”)

Nach Ende der Arbeit ist es an der Zeit Bilanz über die bisherigen Phasen der Teamentwicklung zu ziehen:

  • Wurden die Ziele erreicht oder nicht und wieso?
  • Was hat sich bewährt und sollte für die Zukunft übernommen werden?
  • Was hat nicht funktioniert?
  • Wie könnte das Zusammenspiel des Teams verbessert werden?
  • Welche weitere Aktivitäten stehen an?

Überdies sollte sich der Teamleiter in dieser Phase kritisch von seinen Mitarbeitern bewerten lassen. Oft unterbleibt dies, weil die handelnden Personen ein zu großes Unbehagen vor diesem Schritt verspüren. Ein offenes Feedback ist überdies häufig nicht förderlich, weil die Teammitglieder aus Angst nicht die Wahrheit sagen. Es sollte deshalb die Möglichkeit für ein anonymes Feedback eingeräumt werden – notfalls von den Vorgesetzten des Teamleiters.

Zeiten für die einzelnen Phasen lassen sich schwer festlegen

Es existieren keine Richtwerte, wie lange die Phasen der Teamentwicklung dauern sollten. Es liegt in der Hand des Leiters, dies situationsabhängig zu entscheiden. Idealerweise sind die Phasen von Lang nach Kurz allerdings in der folgenden Reihenfolge geordnet: 4-3-5-2-1.

Berücksichtigt ist in diesem Fall nicht, dass Phasen der Teamentwicklung ganz oder in Teilen wiederholt werden. Teamleiter sollten sich diesbezüglich selbst keinen zu großen Druck machen. Wichtig bei den Phasen der Teamentwicklung ist nicht, dass diese in einer bestimmten Zeit absolviert wurden, sondern erfolgreich verlaufen.

Verhalten bei einer nicht erfolgreichen Phase

Verschiedene Phasen der Teamentwicklung können unglücklich verlaufen oder sogar scheitern. Besonders anfällig sind die Phasen 2 und 3. Es liegt am Teamleiter, die Gründe hierfür herauszuarbeiten. Unbedingt sollte er die Sicht der Beteiligten einholen. Oft löst schon ein offener Dialog die Probleme. Insbesondere bei Problemen in Phase 2 kann es allerdings passieren, dass eine bestimmte Person einfach nicht zur Gruppe passt. Ratsam ist es, sich so schnell wie möglich zu trennen, um eine Grüppchenbildung im Team zu vermeiden. Das solche harten Eingriffe passieren könnten, muss der Teamleiter schon in der ersten Phase offen kommunizieren.

Fotoquelle Titelbild © Fotolia/Robert Kneschke

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