Scrum Methode © OpturaDesign/Shutterstock.com

Scrum im Projektmanagement: 7 Vorteile der Methode

Scrum wurde als Methode ursprünglich für die Software-Entwicklung erschaffen. Seit dem Siegeszug des agilen Projektmanagements wird es aber in immer mehr Branchen eingesetzt. Viele Unternehmen zögern jedoch noch, die ebenfalls mit diesem Gedanken spielen. Sie sind nicht überzeugt, dass die Methode wirklich hilfreich ist. Wir haben deshalb die sieben wichtigsten Vorteile der Scrum Methode für das Projektmanagement zusammengetragen.

Die Scrum Methode im Projektmanagement: Die zentralen sieben Vorteile auf einen Blick

Bevor wir jeden Vorteil der Scrum Methode im Detail erläutern, möchten wir Sie hier kurz auf einen Blick auflisten, damit Sie sich orientieren können:

  1. Höhere Motivation der Belegschaft
  2. Transparenz in den Arbeitsabläufen
  3. Kontinuierliche Verbesserungen
  4. Produktbestandteile können zeitnah realisiert werden
  5. Entlastung der Führung
  6. Kurze Kommunikationswege
  7. Geringer Administrationsaufwand

Es ist leicht zu erkennen, dass einige der Vorteile eng miteinander verwandt sind. Dies liegt in der Natur der Sache, da die Scrum Methode zusammenhängende Arbeitsabläufe regelt. Es würde sogar noch weitere Vorteile geben, auf deren Nennung wir aber aufgrund einer zu großen Verwandtschaft mit der obigen Liste verzichten.

Scrum: Die wichtigsten Elemente der Methode

Scrum zollt als Methode dem Umstand Rechenschaft, dass Projektziele zu komplex sein können, um sie in einem Arbeitsplan zu erfassen. Diese Ziele weiteren deshalb in kleinere Bestandteile (“Zwischenziele”) aufgelöst. Das Team erhält große Freiheitsgrade in der Frage, wie es die Zwischenziele erreicht. Der Projektleiter als Scrum-Master ist lediglich für das Management des Prozesses verantwortlich. Er beseitigt Hindernisse. Die operative Arbeit führt das Team aus. Regelmäßige Meeting zwischen allen am Projekt Beteiligten helfen dabei, Informationen auszutauschen und effizient zu arbeiten.

Um Verbindlichkeit zu schaffen, werden die Anforderungen, die das Produktergebnis haben soll, in einer Liste festgehalten – dem Product Backlog. Die Zwischenschritte und der Weg, um diese zu erreichen, werden schriftlich in einer weiteren Liste fixiert – dem “Sprint Backlog”.

Die sieben Vorteile der Scrum Methode im Projektmanagement

1. Höhere Motivation der Belegschaft

In der Regel durchströmt Aufbruchsstimmung Teams, die künftig mit Scrum arbeiten. Die Mitglieder begrüßen die höhere Eigenverantwortung und genießen es, dass ihre Stimme fortan gehört wird. Sie schätzen es zudem, dass das einengende Korsett vieler anderer Projektmanagementmethoden entfällt. Die Besonderheit dabei: Dieser Effekt verfliegt auch nicht nach einer gewissen Zeit. Belegschaften, die mit Scrum arbeiten, haben ein besonders hohes Motivationsniveau.

2. Transparenz in den Arbeitsabläufen

Scrum ermöglicht es genau nachzuvollziehen, welches Team-Mitglied wofür zuständig war und wann er seinen Aufgaben nachgekommen ist. Dies führt dazu, dass Mitarbeiter (oder auch Führungskräfte) schneller identifiziert werden können, die ihre Aufgaben nicht ernst genug nehmen. Nach der ersten peinlichen Offenbarung diszipliniert diese Transparenz alle Beteiligten: Weil jeder sehen kann, was jeder andere leistet, bemühen sich alle Beteiligten, so gut wie möglich zum Projekterfolg beizutragen. Aus diesem Grund berichten beispielsweise auch viele Unternehmen, die bereits mit der Methode arbeiten, dass sich die Arbeitsergebnisse in kurzer Zeit signifikant verbessert hätten.

Die Transparenz führt zudem ebenfalls dazu, dass auch Probleme in den Abläufen schneller auszumachen sind. Der regelmäßige Austausch zwischen allen Beteiligten hilft dabei in der Regel sehr gut.

3. Kontinuierliche Verbesserungen

Scrum ist als Methode eigentlich an die klassische Gruppenarbeit in der Schule angelehnt. Dort ist es das Ziel, dass sich die Gruppenmitglieder gegenseitig helfen und so voneinander lernen. Die Forschung hat erwiesen, dass es vielen Menschen leichter fällt, von Gleichen (“Peers”) Dinge anzunehmen als von einer übergeordneten Person. Tatsächlich stellt sich dieses Phänomen auch in Scrum ein: Die Teammitglieder lernen voneinander. In der Folge werden die Arbeitsergebnisse mit fortschreitender Zeit immer besser. Projektleiter bemerken, dass jeder Mitarbeiter das Projekt persönlich qualifizierter verlässt als er es begonnen hat.

4. Produktbestandteile können zeitnah realisiert werden

Je nach Projekt hilft es schon, wenn bestimmte Bestandteile bzw. Zwischenziele zeitnah abgeliefert werden können. Das fertige Resultat kann gegebenenfalls noch warten. Als Beispiel: Wenn eine neue Software geschrieben wird, muss sie nicht unbedingt vom ersten Tag an alle Funktionalitäten besitzen. Es genügt, wenn Sie erst einmal in der Basisversion mit den wichtigen Features zur Verfügung steht. Scrum ermöglicht es als Methode des Projektmanagement sehr einfach, dass solche primären Produktbestandteile zeitnah realisiert werden.

5. Entlastung der Führung

Führungskräfte sind faktisch nicht in die alltäglichen Abläufe involviert – abgesehen von den regelmäßigen Meetings für den gegenseitigen Austausch. Sie werden deshalb deutlich entlastet und können sich verstärkt anderen Aufgaben widmen. Diesbezüglich sei allerdings ein Wort der Warnung ausgesprochen: Die Entlastung setzt erst dann ein, wenn ein Team mit Scrum bereits Erfahrungen gesammelt hat und das Projekt einige Zeit läuft. Unerfahrene Projektmitglieder bzw. solche, die ganz am Anfang stehen, benötigen häufig die Unterstützung der Führungskräfte, um wirklich genau zu verstehen, worum es geht. Die in der Hierarchie obenstehenden Personen ziehen sich im Laufe der Zeit immer weiter zurück.

6. Kurze Kommunikationswege

Dadurch, dass es regelmäßige Meetings gibt, entstehen kurze Kommunikationswege. Hier können wichtige Fragen sofort und ohne “Mittelsmänner” geklärt werden. Da es sich um persönliche Meetings handelt, erhalten beispielsweise Mitarbeiter, die Verständnisfragen haben, sofort eine Antwort. Innerhalb des/ der Teams bestimmen ansonsten flache Hierarchien die Arbeit. Diese begünstigen es, dass sich die einzelnen Personen informell austauschen können. Team-Mitglieder finden es erfahrungsgemäß einfacher, zu Gleichgestellten zu gehen und ein Thema zu klären, als zu einer Führungskraft.

7. Geringer Administrationsaufwand

Dieser Vorteil ist im Prinzip die Summe aller bisherigen Punkte auf der Liste. Da Scrum Teams eigenverantwortlich arbeiten lässt und es kaum vorgeschriebene Wege gibt, wie die Ziele zu erreichen sind, verringert sich der Administrationsaufwand erheblich. Mit Scrum ist es vereinfacht gesagt egal, wie ein Ziel erreicht wird – Hauptsache, es gelingt. Der “Papierkrieg” fällt entsprechend kleiner aus.

Fazit

Die Einführung der Scrum Methode bedeutet umfassende Veränderungen für ein Unternehmen. Gewohnte Arbeitsmethoden werden ersetzt durch das agile Projektmanagement mit Scrum. Nutzen Sie daher auch die Methoden des Change Management, damit dieser Umstieg möglichst reibungslos verläuft. Dann profitieren Sie und Ihr Unternehmen bestmöglich von Scrum.

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