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5 Trends für das Projektmanagement der Zukunft: Agilität und Synergien

Technische Innovationen, neue Gesetze, sich wandelnde Kunden-Präferenzen oder Expansionspläne sind nur einige der Herausforderungen für das Projektmanagement der Zukunft. Klassische Methoden und Strukturen werden jenen nicht mehr gerecht. Fünf aktuelle Trends zeigen, wie das Projektmanagement mittel- und langfristig aussehen wird. Agilität und Synergieeffekte sind in den kommenden Jahren die zentralen Bausteine für den Erfolg.

1. Agilität: Abschied von überflüssigem Ballast

Jährlich treffen sich Projektmanager aus Deutschland und Europa zur Konferenz “PM Welt” in München, um sich über aktuelle Trends auszutauschen. Im März 2018 werden 23 Vorträge gehalten: Fast alle Speaker kündigen an, über “Agilität” oder “agiles Projektmanagement” sprechen zu wollen. Um den Begriff hat sich in der jüngeren Vergangenheit ein dogmatischer Streit entbrannt. Anhänger des agilen Projektmanagements nehmen für sich in Anspruch, durch ihren Ansatz Komplexität verwalten zu können, wohingegen das klassische PM lediglich Kompliziertheit gemanagt hätte. Von Alltagsrelevanz ist der Streit nicht, wohl aber, was Agilität eigentlich bedeutet.

Agil heißt seiner ursprünglichen Wortbedeutung nach “beweglich”. Im Projektmanagement geht es darum, Teams von überschüssigem Ballast zu befreien. Beispielsweise werden unnötige Zeitpläne und Zielvorgaben gestrichen. Die Teams sollen beweglich genug sein, den bestmöglichen Weg zum gewünschten Ergebnis zu finden. Vereinfacht gesagt bedeutet Agilität eine stärkere Ergebnisorientierung der Projektarbeit durch Befreiung von unnötigen Aufgaben. Die Agilität ragt als neuer Ansatz im Projektmanagement heraus, weil sie deutlich wie nie die Frage in den Mittelpunkt rückt, was eigentlich wirklich für erfolgreiche Arbeit wichtig ist.

2. Synergieeffekte: Über den Tellerrand im Projektmanagement schauen

Derzeit gibt es viele neue Ansätze im Projektmanagement, die eigentlich dasselbe meinen: beispielsweise die Hybridisierung oder das Design Thinking. Synergieeffekte sollen dadurch genutzt werden, dass alte Grenzen im Projektmanagement überschritten werden. Das an der Stanford University entwickelte Design Thinking fordert beispielsweise interdisziplinäre Teams. Probleme könnten aus unterschiedlichen Blickwinkeln am besten gelöst werden, lautet die dahinterstehende Theorie.

Die Hybridisierung zielt in eine ähnliche Richtung. Sie möchte klassische Projektstrukturen zu Gunsten der bestmöglichen Ergebnisse aufbrechen. Der Trend geht beispielsweise dahin, Teams mit ähnlichen Zielen zeitweilig zusammenarbeiten zu lassen. Greifbar wird dies in der Digitalisierung: Ein Team arbeitet z. B. an der technischen Umsetzung, ein anderes an gezielten Maßnahmen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit. Am Schnittpunkt der beiden Projekte kooperieren die Teams. Synergieeffekte im Projektmanagement suchen nach dem besten Einsatz der vorhandenen Ressourcen – unabhängig von bestehenden Strukturen.

3. Scrum ohne Scrum: Flexible Regeln im Projektmanagement

“Scrum ohne Scrum” gehört zu den bemerkenswertesten Trends im Projektmanagement. Vor einigen Jahren war Scrum (“Gedränge”) das Allheilmittel, um Projekte rechtzeitig über die Ziellinie zu bringen. Spezielle Arbeitspakete mit festen Regeln wurden geschnürt, um ein Team ungestört und fokussiert arbeiten zu lassen. Diese festen Regeln sollten Struktur und dadurch Sicherheit geben. Inzwischen haben sie sich im Alltag jedoch oft als Hemmnis erwiesen. Das Projektmanagement hat reagiert und „Scrum ohne Scrum“ erschaffen. Die Arbeitspakete werden dabei in unterschiedliche Phasen unterteilt. Jede Phase wird mit eigenen Regeln versehen, die ideal zur aktuellen Anforderung passen. Gerade im Bereich der IT hat sich diese Weiterentwicklung des ursprünglichen Konzepts bewährt. Agilität und Scrum ohne Scrum greifen konstruktiv ineinander.

4. Erfolgreiche Trends zur Team-Motivation: Das Business-Storytelling

Wirklich jeder Projektmanager weiß, dass sein Erfolg mit einem motivierten Team steht und fällt. Zahllose neue Ansätze, häufig flüchtig wie ein Windhauch, tauchen deshalb zur Anstachelung der eigenen Mannschaft auf. Unter diesen Trends ragt das Business-Storytelling heraus. Es ist nicht flüchtig, weil es im Marketing inzwischen absolut unverzichtbar geworden ist. Zudem gestattet es aber auch dem Team, aus klassischen Denkmustern auszubrechen und Kreativität zu beweisen. Das Projektteam erschafft eine gute Geschichte rund um das Projektziel. Jedes einzelne Mitglied wird so in die Frage involviert, wie sichergestellt werden kann, dass das eigene Arbeitsergebnis von den Menschen honoriert wird. Dies steigert die Motivation immens. Gerade das Design Thinking mit seinen interdisziplinären Mannschaften eignet sich für das Business-Storytelling im Projektmanagement sehr gut.

5. Kanban: Weniger ist mehr

Ebenso zahlreich wie die Trends zur Team-Motivation sind auch die neuen Ideen zur effizienteren Arbeit im Projektmanagement. Bemerkenswert ist dabei “Kanban“. Anders als viele andere Trends hat sich diese Methode bereits in der Industrie-Produktion bewiesen. Es hat einige Jahre gedauert, sie erfolgreich auf das Projektmanagement zu übertragen. Doch mittlerweile ist dies gelungen. Kanban meint, dass nur die Mitarbeiter und Ressourcen eingesetzt werden, die auch wirklich notwendig sind. In Anlehnung an das Lean-Management sollen Teams verschlankt und Aufgaben vereinfacht werden. Die Projektmanager sind dabei besonders gefordert, weil die Planung von Zusammenstellung des Teams deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als sonst.

Fazit: Trends sind untrennbar verbunden

Die fünf vorgestellten Trends für das Projektmanagement der Zukunft gehören eng zusammen: Synergieeffekte können nur erfolgreich genutzt werden, wenn dazu die nötige Bewegungsfreiheit besteht. Regeln sind unverzichtbar, doch sie müssen unterstützen und nicht behindern. Sie müssen deshalb anpassbar sein. Nur motivierte Teams finden bei aller Beweglichkeit die bestmöglichen Lösungen. Dies führt zu einem letzten Trend: Im Projektmanagement muss mehr denn je ganzheitlich gearbeitet werden. Es gilt nicht nur einen Trend umzusetzen, sondern möglichst viele, damit sie sich gegenseitig zum Positiven verstärken.

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