Teamentwicklung © g-stockstudio/shutterstock

Bessere Zusammenarbeit: Sechs innovative Übungen zur Teamentwicklung

Teams müssen zusammenwachsen, um möglichst effizient gemeinsam tätig sein zu können. Dies haben unzählige Studien bewiesen. Übungen zur Teamentwicklung sind deshalb seit Jahrzehnten weit verbreitet. Doch häufig erreichen diese nicht den erwünschten Erfolg. Die Teilnehmer langweilen sich und empfinden die Spiele im schlimmsten Fall als albern und lästig. Wir haben sechs innovative Übungen zur Teamentwicklung zusammengestellt, die dies vermeiden.

Wenn Übungen zur Teamentwicklung nicht zünden, liegt dies in der Regel an einem der folgenden drei Gründe:

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  1. Die Spiele sind bekannt und werden deshalb als „langweilig“ empfunden.
  2. Der Sinn der Übungen wird nicht erklärt. Die Teilnehmenden verstehen den Mehrwert nicht und haben deshalb einen inneren Widerstand. Kommentare wie „albern“ fallen.
  3. Eine Mischung aus den ersten beiden Gründen.

Prinzipiell gilt, dass Sie den Sinn jeder Teambuilding-Maßnahme erklären können müssen. Wenn Sie Übungen durchführen lassen, sollte jeder Teilnehmende verstehen, welchen konkreten Mehrwert er dadurch erhält. Die Erklärungen können recht allgemein gehalten werden. So ist beispielsweise das „Kennenlernen“ als Ziel legitim, wenn ein Team neu zusammengestellt wurde. Die Erläuterungen können aber auch in die Tiefe gehen. Viele Übungen zielen beispielsweise darauf ab zu verstehen, wie andere kommunizieren. Die Teilnehmer lernen beispielsweise, wie die anderen Teammitglieder Sorgen zum Ausdruck bringen oder Vorschläge machen.

Für Sie als Handreichung gilt: Können Sie den Sinn und Zweck einer Übung zur Teamentwicklung nicht erklären, ist diese ungeeignet. Setzen Sie keine Maßnahmen nur um der Beschäftigung willen an oder weil Sie sich verpflichtet fühlen, etwas für das Teambuilding zu tun.

Innere Einstellung: Nicht immer sind Teamentwicklungsübungen sinnvoll

Übungen zur Teamentwicklung verfangen zudem nur dann, wenn die innere Einstellung der Teilnehmenden stimmt. Diese müssen bereit sein, neue Erfahrungen anzunehmen. Begegnen Ihnen beispielsweise Teammitglieder mit Sätzen wie „Nicht schon wieder Teambuilding“, so ist die Durchführung zu diesem Zeitpunkt vermutlich nicht sinnvoll. Sie können dann durch ein Gespräch und Erklärungen versuchen, die Widerstände zu zerstreuen. Gelingt Ihnen dies nicht, setzen Sie im Zweifel lieber einen neuen Termin an.

Sechs innovative Übungen zur Teamentwicklung

1. „Wofür ist der Gegenstand gut?“

Dieses Spiel dauert nur einige Minuten. Sie suchen ein paar Gegenstände zusammen und versammeln das Team. Eine Person muss ohne Worte erklären, wofür der Gegenstand gedacht ist. Das Team muss erraten, worauf der Erklärende abzielt. Jeder Teilnehmer ist einmal mit der Erklärung an der Reihe. Diese Übung schult die Kreativität sowie die nonverbale Kommunikation.

2. „Was will ich in diesem Meeting beitragen?“

Diese Übung dauert etwa zwei Minuten. Sie ist ideal für die Vorbereitung von Meetings. Sie geben jedem Teammitglied den Auftrag, direkt vor dem Treffen so vielen Personen wie möglich mitzuteilen, was diese im Meeting beitragen wollen. Wenn Sie möchten, können Sie einen Preis für den Teilnehmenden ausloben, der das größte Mitteilungsbedürfnis hatte.

Diese Übung zielt gleich auf eine ganze Reihe von Dingen ab: Erstens schult es die Fähigkeit, wichtige Dinge knapp und präzise mitzuteilen, da das Zeitfenster eng ist. Zweitens lernen die Teilnehmenden, aufeinander einzugehen. Die Teammitglieder werden schnell merken, dass es für sie alle am vorteilhaftesten ist, erst selbst die Vorsätze mitzuteilen und anschließend dem Gegenüber zuzuhören. Drittens wird die Gefahr des „Überhörtwerdens“ verringert. Da viele Teammitglieder wissen, was alles gesagt werden soll, werden sie darauf drängen, dass die Vorsätze tatsächlich geäußert werden. Viertens wird das Problembewusstsein gestärkt. Durch die Mitteilungen werden die anderen Teammitglieder auf Schwierigkeiten aufmerksam gemacht, die sie bislang nicht vor Augen hatten.

3. Schnitzeljagd

Dies ist die längste der Übungen zur Teamentwicklung. Sie dauert über eine Stunde und verlangt eine ausführliche Vorbereitung. Dazu bilden sie zunächst mindestens zwei Gruppen. Zudem notieren Sie auf Zetteln Aufgaben für die einzelnen Gruppen, die diese nacheinander abarbeiten müssen. Ob Sie die Aufgaben albern oder schwierig halten, bleibt Ihnen überlassen.

Sinnvoll ist diese Übung, um die Zusammenarbeit zu stärken. Sie können beispielsweise festgefahrene Cliquen aufsprengen. Überdies wird die Problemlösekompetenz gestärkt. Die Teilnehmer lernen außerdem die Stärken und Schwächen der anderen kennen.

4. Puzzeln und verhandeln

Sie teilen das Team in zwei Gruppen. Beide erhalten ein Puzzle. Es geht darum, das eigene Puzzle schneller fertigzustellen als die andere Gruppe ihres. Allerdings sind die Puzzle nicht vollständig. Stattdessen haben beide Gruppen Teile von der jeweils anderen. Es liegt nun an den Teilnehmern, dafür zu sorgen, dass sie ihre Teile erhalten. Dafür sollen sie miteinander verhandeln. Alle Entscheidungen müssen dabei einstimmig von der ganzen Gruppe getroffen werden. Das Spiel kann länger als eine Stunde dauern. Sie können ein Zeitlimit setzen, um zusätzlichen Druck aufzubauen.

Auch bei dieser Übung werden Problemlösekompetenzen gestärkt. Zudem werden Führungsqualitäten offensichtlich, denn einige Teilnehmer werden sich stärker einbringen als andere. Dies gibt Ihnen wertvolle Rückmeldungen.

5. Die fliegende Stange ablegen

Sie lassen Ihr Team in zwei Reihen einander gegenüberstehend Aufstellung nehmen. Alle Teilnehmer heben einen Arm an – etwa auf Höhe der Brust. Ein Zeigefinger wird ausgestreckt. Die Zeigefinger der gegenüberstehenden Personen sollten sich berühren. Nun wird eine Stange auf die Finger gelegt. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Besenstiel. Aufgabe ist es nun, die Stange ruhig auf dem Boden abzulegen. Sie darf nicht herunterfallen. Ansonsten beginnt die Übung von vorne. Das Ganze wird etwa fünf bis zehn Minuten dauern.

Ziel ist es, dass die Teilnehmer lernen, sich eigenständig zu koordinieren. Sie müssen so miteinander kommunizieren, dass alle verstehen, was passieren soll.

6. Der umgedrehte Teppich

Für diese Übung benötigen Sie einen Teppich, der sich wenden lässt. Das gesamte Team soll sich auf den Teppich stellen. Ziel ist es nun, dass der Teppich umgedreht wird. Dabei darf allerdings kein Teilnehmer zu irgendeiner Zeit mit irgendeinem Körperteil den Boden berühren. Diese Übung nimmt etwa fünf bis sechs Minuten in Anspruch.

Zweck der Maßnahme ist es, die Kommunikationsfähigkeit untereinander zu stärken. Jeder hat eine Rolle zu spielen, deshalb muss sich jeder einbringen. Die Teilnehmer müssen zudem auf alle Teammitglieder achten.

Ein abschließender Tipp: Holen Sie ein Feedback ein

Nach den Übungen zur Teamentwicklung ist es sinnvoll, dass Sie ein Feedback einholen. Fragen Sie danach, wie den Teilnehmenden die Maßnahme gefallen hat und ob es etwas gab, was sie überrascht hat. Einerseits erhalten Sie auf diese Weise wertvolle Rückmeldungen. Andererseits reflektieren die Teilnehmer das Erlebte.

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